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Einmal quer durch Europa mit dem Interrail-Pass – Die Idee und Planung

09. Juli 2019

Koffer oder Rucksack? Und warum eigentlich
mit dem Zug reisen?

Ich finde Zug fahren an sich klasse, da man die Zeit während des Reisens sinnvoll nutzen kann. Jedoch ist es oft kostenintensiv, ganz abgesehen von den Verspätungen und der Komplexität des Reisens mit Hund.
Wusstest du, dass man für Hunde in Deutschland den halben Normalpreis(!) vor Ort zahlen muss?

Als ich Ende 2018 meinen Freund Carsten kennenlernte, haben wir schnell gemerkt, dass wir sehr viele Gemeinsamkeiten haben – darunter auch das Reisen. Carsten wollte schon immer mit dem Zug eine Interrail-Reise unternehmen, da waren wir schon Zwei.

Ok, ich war ehrlich gesagt nie ein Fan vom Reisen mit dem Rucksack. Ich kannte es auch nicht. Ich war mit meinen Eltern immer ganz klassisch als Pauschalurlauber mit einem 23kg Koffer unterwegs.

2017 bin ich für vier Wochen durch Thailand gereist – mit meinem viel zu schweren 40l Rucksack, aber das war eigentlich ganz cool. Bei dieser Backpacking-Reise habe ich erst gelernt, wie wenig man eigentlich braucht… das werde ich dieses mal auf jeden Fall beherzigen.

Zudem finde ich den Gedanken, möglichst viel in kurzer Zeit zu sehen, großartig.

Also haben wir uns vorgenommen im Herbst 2019 mit dem Zug durch Europa zu fahren. Möglichst günstig, mit möglichst wenig Gepäck. Denn wenn nicht jetzt, wann dann? Wir haben noch keine Kinder, Toshi und Benji wohnen während der Zeit bei meinen Eltern, welche sich schon freuen. Dank meiner Selbstständigkeit kann ich problemlos drei Wochen verreisen und auch Carsten konnte problemlos Urlaub beantragen, also los geht’s.

Von Köln nach Frankreich durch Spanien, Portugal
bis nach Afrika und wieder zurück!

Mein Wunsch ist es bis nach Marokko zu fahren. Der Nördlichste und am Schnellsten zu erreichende Punkt ist Tanger.
Also fahren wir durch Frankreich über Spanien und Portugal bis nach Gibraltar, machen einen kurzen Abstecher nach Afrika und fahren dann wieder zurück.

Das ist der grobe Plan – und alles in 3 Wochen.

Wir haben schon einige Städte als Wunschziele festgelegt, wollen dennoch etwas flexibel bleiben.

Grob geplante Reiseroute bisher:
Köln → Paris → Bordeaux → Bilbao → Porto → Lissabon → Faro → Algeciras → Tanger → Gibraltar → Malaga → Alicante → Barcelona → Montpellier → Marseille → Köln

Update: Letztendliche Route:
Köln → Paris → Bordeaux → Hendaye → Irun → Bilbao → Porto → Lissabon → Tarifa → Tanger → Gibraltar → Madrid → Alicante → Barcelona → Köln

Wo fangen wir an?

Nachdem wir nun wissen, welche Orte wir gerne sehen und besuchen würden, schauen wir jetzt, wie lange wir pro Ort ungefähr bleiben wollen. Dafür versuchen wir verschiedene Dinge zu recherchieren, sei es klassisch durch Reiseführer oder aber durch Empfehlungen von Freunden und anderen Bloggern:

 

  • Sehenswürdigkeiten:
    Keine Angst, wir planen unsere Reise nicht komplett durch, aber wir wollen uns pro Stadt einige Punkte notieren. Erstens ist es von Vorteil, damit wir vorher abschätzen können, wie viel Zeit wir pro Ort verbringen wollen, zweitens können wir so auch nach Festen & Veranstaltungen Ausschau halten. Ich notiere mir auch tolle Spots, Restaurants und Cafés, die uns beispielsweise bei Instagram über den Weg laufen. Außerdem sind wir je nach Wetter nicht ganz planlos unterwegs und können uns dennoch in einer Stadt treiben lassen. Ganz wie es uns gefällt.
  • Dauer der Zugfahrten:
    Ebenso wichtig, um zu schauen wie lange wir in einem Ort verweilen wollen und um besser planen zu können, ist die Dauer der einzelnen Zugfahrten. Manche Züge fahren nur einmal pro Tag, einige Fahrten müssen vorher reserviert werden und und und… Für die erste grobe Planung ist die Seite der deutschen Bahn schon ganz hilfreich. Ansonsten kann man auch mit Google Maps die Route mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzeigen lassen. (Update: Vergewissere dich auf der offiziellen Seite des Anbieters, ob die Fahrt auch stattfindet oder ausgebucht ist – wir hatten das Problem, dass wir nicht überall einen Zug bekommen haben und somit auch mal den (Nacht-)Bus genommen haben) Hilfreich sind zudem auch Facebook Gruppen, beispielsweise Interrail Travellers Official. Falls du alleine reisen solltest, findest du hier auch Travelmates.
  • Übernachtungen:
    Da wir möglichst flexibel bleiben wollen, versuchen wir Hotels zu buchen, die wir bis kurz vorher kostenlos stornieren können. In Thailand habe ich das genauso gemacht und es war die beste Entscheidung. Ich hatte beispielsweise in einer Stadt einen großen Feiertag (was ich vorher nicht wusste). Hätte ich nicht reserviert, hätte ich so einfach keine Unterkunft gefunden. So viel zum Thema Spontanität. Zurück zu unserer Interrail-Planung: Wir haben mindestens ein Mal die Option mit einem Hotelzug über Nacht zu fahren und sparen uns so eine Hotelübernachtung. (Update: Wir haben 3 Mal einen Nachtbus genutzt und so Übernachtungen und Kosten gespart 😉 )
  • Sonstige Vorbereitungen:
    Ansonsten gibt es natürlich noch ein paar Dinge zu erledigen.
    Impfungen: Wir reisen zwar nur durch Europa und machen einen kleinen Hüpfer nach Afrika, dennoch ist es sinnvoll, vorher seinen Impfstatus überprüfen lassen. Rucksack: Von meiner Thailand-Rucksackreise habe ich einen Deuter 40l + 10 Rucksack, mit dem werde ich auch die Interrail-Reise beschreiten. Dazu kommt wahrscheinlich noch ein kleiner Tagesrucksack. Carsten hat sich bei Decathlon einen 50l Rucksack gekauft.
    Packliste: Ich bin ein großer Listen-Fan und organisiere gerne. Daher wird es auch eine Packliste geben, die ich schon ganz bald mit dir teilen werde. (Hier geht’s zur Packliste)
    Waschen: Natürlich nehmen wir nicht für 3 Wochen komplett Kleidung mit. Daher planen wir vor Ort zu waschen und zu trocknen. Sollte ja kein Problem sein 😉 (Update: Tatsächlich hatten wir 2 Mal eine Airbnb Wohnung mit Waschmaschine – perfekt!)
    Personalausweis & Reisepass: Zum Glück fahren wir nicht ganz spontan weg, denn mein Personalausweis ist abgelaufen. Heißt für mich ganz, ganz dringend Passbilder machen und nichts wie ab aufs Amt. Mein Reisepass ist noch gültig, dennoch habe ich lieber beide Ausweise mit dabei.

Das waren unsere ersten Planungsschritte. Als nächstes werden wir uns die Zugverbindungen ansehen und schauen, ob die Route so überhaupt machbar ist. Auf den ersten Blick haben wir nämlich keinen Zug von Frankreich nach Spanien gefunden. Alternativ gibt’s natürlich noch die Option mit dem Bus zu fahren. Also mal sehen, wie alles kommt und wie viel wir schon fest buchen werden.

(Update: Tatsächlich haben wir letztendlich öfters den Bus als den Zug genommen. Die Verbindungen waren besser, zum Teil konnten wir über Nacht fahren, manche Verbindungen gab es mit dem Zug nicht (mehr) und der Bus war auch günstiger.)

Hast du schon einmal eine Rucksack- oder Interrail-Reise gemacht?
Wenn ja, wohin ging es und wie sind deine Erfahrungen?

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